Bier richtig testen und bewerten

Hopfen und Malz – danach sollte ein gutes Bier schmecken. Zumindest ein echtes Lager. Ein gutes Ale hat von beidem etwas und noch bisschen von Fruchtigkeit von obergärigen Hefen. Porter und Stout hat seine Schokoladen- oder Espresso-Noten dem gerösteten Malz zu verdanken.

Jedes Bier in das richtige Gebinde

Jedes Bier, ob Lager, Ale, Porter, Stout oder Weizenbier, sollte dem eigenen Typ gerecht werden. Ein gutes Bier schmeckt nicht nur typgerecht, sondern verfügt auch über eine interessante und ausgewogene Kombination von Geschmacksnoten. Wir verstehen das unter Vielschichtigkeit. Biere dieser Qualität scheinen bei jedem Glas ein neues Aroma und einen neuen Geschmack zu entfalten.

Erfahrung macht den Meister

Der Genuss eines guten Biers fordert keine speziellen Vorkenntnisse. Man sollte ohne Vorurteile aber mit großem Interesse an die Sache herangehen. Etwas Scharfsinn sollte man besitzen, um Aroma und Geschmackseigenschaften ohne Furcht vor Gelächter herauszukristallisieren.

Die Phasen der Bierprobe

Bierprobe

Bei Tageslicht lassen sich Farben besser deuten. Musik bzw. vermeidbare Nebengeräusche lenken nur ab. Auch Zigarettenrauch sowie Kochgerüche oder Parfüme sollten vermieden werden. Ein großes, klares Weinglas wäre optimal.

Reihenfolge der Biere

Am besten beginnen Sie mit den Bieren, die vermutlich am wenigsten geschmacksintensiv sind, und arbeiten Sie sich dann nach oben.

Wie viele Biersorten?

Schon fünf oder sechs Biere können den Gaumen überfordern. Bei zehn Bieren ist dann aber wirklich Schluss. Damit man ein Bier richtig schmecken kann, muss die Bitterkeit im hinteren Mundbereich gespürt werden. Erfahrene Tester schlucken wenigstens einen Teil des im Mund befindlichen Biers hinunter. Im Gegensatz zum Weinverkosten spuckt man hier das Bier nicht aus.

Prüflisten

Beim Biertest dient eine Prüfliste als Gedächtnishilfe. Der Einfachheit halber vergibt man Noten für Typtreue (wird das Bier dem etikettierten Typ gerecht?), Aussehen (Krone, Farbe, vielleicht Klarheit), Aroma (angenehm, anregend, vielfältig, typgerecht?), Geschmack (gleiche Kriterien) und Abgang (entsteht ein Nachgeschmack oder verschwindet es “grußlos”). Um den Geschmack zu neutralisieren, eignen sich am besten Brot. Vermeiden Sie Speisen mit Eigengeschmack oder hohen Fettgehalt wie Butter oder Käse, da die Fetthaltigkeit den Biergeschmack übertönt. Auch stilles Wasser ist in großen Mengen eine gute Lösung.

1. Schauen

Bei essen und trinken genießt das Auge, die Nase und der Gaumen gleichermaßen. Klarheit ist ein Kritikpunkt für viele, aber nicht alle Biere. Die Farbe spielt eine besondere Rolle, die besten Biere sind meist von unverwechselbarer und komplexer Farbe und sehen appetitanregend aus.

2. Schwenken

Gefühlvolles Schwenken setzt die Aromastoffe im Bier frei. In einer Kneipe oder einem Restaurant könnte dies als Wichtigtuerei angesehen werden, prüfen Sie ein Bier auf diese Art daher am besten zu Hause.

3. Riechen

Ob mit oder ohne Schnüffelei. Vieles von dem, was wir dem Geschmack zuordnen, nehmen wir über unseren feinen und wachsamen Geruchssinn auf. Ein anregendes Aroma ist ein bedeutendes Merkmal eines guten Biers.

4. Probieren

Lassen Sie sich das Bier auf der Zunge zergehen. Süße Eigenschaften (so wie Malz) werden Sie meist vorne auf der Zunge wahrnehmen, salzigen an den vorderen Seiten, fruchtige Säure seitlich hinten und hopfige Bitterkeit am ehesten hinten in der Mitte.

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